Debatte: der Drummer als Depp einer (fast) jeden Band

Wer hat es in die Folklore-Gruppe in der VHS oder schon zum Rockstar geschafft? Wie meistern Plastic Rocker Schwierigkeiten beim Band-Spiel?

Debatte: der Drummer als Depp einer (fast) jeden Band

Beitragvon rstockm » 20. März 2011, 13:02

Wie schon angekündigt habe ich mir in den letzten Tagen ein paar Gedanken über das Dasein eines Drummers an sich gemacht. Und auch der gutgemeinte Ratschlag an Fetti

maci hat geschrieben:Hau dich rein! Mehr Körpereinsatz! Leb die Songs doch mit! :)


passt in diese Richtung. Im Kern stelle ich mir zwei Fragen:

a) wie schaffen es rund 70% aller Drummer im Pop/Rockbereich vor Langeweile nicht tot vom Hocker zu fallen und

b) welche Demütigung müssen nahezu 100% aller Drummer ertragen einen Song immer gleich spielen zum müssen

Ich spiele nun noch nicht sonderlich lange Drums, und dies bekanntlich auch auf einem etwas kruden Niveau (mittlerweile in einer "richtigen" Band, aber Training nur über PR). Und dennoch fallen mir diese zwei Punkte auf, und da hier ja mittlerweile ein paar echte Drummer rumwerkeln würden mich "Innenansichten" interessieren.

Zu a):
gerade der Pro Mode in RB3 (aber auch das GH Charting) zeigt deutlich, das bei schrecklich vielen Pop/Rocksongs auf der Schlagzeugspur Monotonie und Langeweile vorherrscht. Im Metal ist dies dezidiert anders, ebenso natürlich in diversen anderen Stilrichtungen (Jazz, Latino, ...).
Wer verordnet den Pop/Rock Drummern eigentlich diese langweiligen CHartings? Und wenn ich die nach einem Jahr langweilig finde, dann sind sie auch langweilig. Warum also dürfen die Drummer nicht interessanter verzieren, ein paar Ghost-Notes reinhauen, zumindest mal das Ride im Refrain setzen - das müssen doch die Drummer alles problemlos spielen können? Die müssen sich doch zu Tode langweilen! Ich sehe auch nicht ganz, warum und wie eine monotone Drumspur dem jeweiligen Song dienlich sein soll.

Mal ein Beispiel: eine der erfolgreichsten Indi-Bands der letzten Jahre waren Bloc Party. Die haben 2005 eines der besten Alben der letzten 10 Jahre rausgehauen, nämlich "Silent Alarm":

http://www.amazon.com/Silent-Alarm-Expl ... 293&sr=8-1

Ich bin 2005 fast vom Stuhl gefallen als ich die Drums gehört habe - und das bei "normalen" Pop/Rock Songs. Danach muss doch jeder betuchte Drummer weinend in die Ecke schleichen. Hier zwei launige Videos, die auch das Herz von Nicht-Metallern erwärmen sollten (und der Junge ist ja auch schnuckelig):





Das Drumming ist hier nicht überzogen, sondern ziemlich exakt den Songs entnommen. Der zweite Songs ist vom Rythmus her ein stinknormales Disko-Stück, aber was der da alles reinhaut...
Auch die langsamen Nummern dieser Band haben tolle Drumchartings, was mich damals dazu gebracht hat Matt Tong als die neue Drumhoffnung auszurufen. Daraus wurde leider nichts: 2006 erleidet Tong auf der Bühne einen Lungenkollaps und hält sich seitdem sehr zurück - die nächsten beiden Alben sind denn auch bedeutungslos.
Dennoch: sie waren immens populär, und dies trotz (oder gerade wegen) interessanter Drumspur. Warum unterfordern sich so viele Drummer?

Frage b) finde ich fast noch relevanter: wie können es Drummer nur ertragen, einen Song immer gleich zu spielen? Und das immer und immer wieder? Wenn ich frei spiele, hört sich ein Song immer ziemlich anders an - natürlich müssen Takt, markante Stellen etc. sitzen für den Wiedererkennungswert - aber sonst? Was hält mich davon ab, die Phrasierung zu ändern, die Bassdrum zu variieren, Takte mal zu verschleppen, Fills einzubauen wo vorher keine waren?

Meiner Wahrnehmung nach spielen enorm viele Drummer - auch live - ihre Songs quasi vom Notenblatt ab, Takt um Kessel um Becken. Die müssen doch sterben vor Langeweile (s.o.) und sich danach sehnen, mal alles anders spielen zu können...
Bei diesem zweiten Punkt bin ich mir auch nicht sicher, ob die Situation im Metal deutlich besser ist, oder auch dort das "exakte" Spiel dominiert - mag es auch technisch noch so anspruchsvoll und kunstfertig sein.

Mir als Drummer macht das keinen Spaß, ich möchte am Anfang des Songs noch nicht wissen, wie ich ihn spiele. Wo bleibt denn da sonst die Kunst? Sonst ist es nur noch eine Aufführung des Ewig-Gleichen.
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Re: Debatte: der Drummer als Depp einer (fast) jeden Band

Beitragvon MSFett » 20. März 2011, 14:18

zu b) kann ich zwar nicht aus eigener Erfahrung sprechen, aber laut Aussage von 2 Schlagzeugern (mein Lehrer und dann noch mein Kumpel), spielt man eigentlich nie einen Song 2mal identisch.
Allerdings fällt das wohl dem gemeinen Zuhörer nicht wirklich auf, dass der Drummer da jetzt was anderes macht wie beim letzten Auftritt.
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Re: Debatte: der Drummer als Depp einer (fast) jeden Band

Beitragvon Tjaden » 20. März 2011, 16:16

Dauer-FC ist ja auch schwer... :D :drums:
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Re: Debatte: der Drummer als Depp einer (fast) jeden Band

Beitragvon Bumbe » 20. März 2011, 22:18

Also als Depp (was ja sicher provozierend sein soll) sehe ich mich als Drummerin nicht. Da könnte man auch sagen der Bassist wäre es. Denn dieser hat wohl noch weniger Handlungsspielraum als der Drummer. :nixweiss:

Was den Grundtakt (Snare/HiHat) betrifft ist man wenig variabel, das stimmt. Doch gerade bei Fills oder Crash/Ride-Einsatz sehe ich da schon Spielraum. Genauso wie z.B. den Einsatz von mehreren verschiedenen Crashbecken, Toms, Spieltechniken wie Rimshots, Ghostnotes. Da scheint mir doch eine Menge Spielraum zu sein, oder? Und das können doch auch Pop/Rock-Drummer einsetzen oder? Sind die dann nicht mit Leidenschaft dabei. Langeweile kommt bei mir z.B. auf wenn ich den Song bzw. die Musikrichtung nicht mag.

Und alleine schon durch die verschiedenen Arten an Toms, Becken und Co. lassen sich die Songs doch auch klanglich variieren. Das hört aber der Laie nicht. Genausowenig wie ein paar Fills hier und da mehr oder weniger...

Für den RB3 Pro-Mode könnte ich mir da an bestimmten Stellen eine Art "Freestyle" Modus vorstellen, um dem Song seine "persönliche Note" zu geben. Da gibts es sicher noch Ausbaupotenzial bei zukünftigen RB-Spielen.

Was den Körpereinsatz betrifft. Da sehe ich jetzt nicht die mögliche Langeweile als Ursache! Wenn Du für Dich alleine vor Dich hintrommelst hast Du sicher weniger Spaß als mit Band und Publikum. Das ist ja eine ganz andere Atmosphäre. Man muss sich denke ich auch mit der Musikrichtung identifizieren können. Jemand der Poplieder mag kann auf Metalsongs vielleicht nicht unbedingt so "mitgehen" und umgekehrt. Was natürlich nicht heißt, dass ein Metalfan nicht auch mal ein Poplied total klasse finden kann! :rockdahouse:

Gitarristen haben im Vergleich zu den Drummern schon mehr Spielraum. Trotzdem kann ein 10minütiges Solo, weil der Gitarrist sich mal wieder in seinem Element befindet, auch nervend sein. Und da kann der Drummer auch begleitend einsetzen. Solche Soli kommen ja auch oft spontan. Das kann man doch nicht 1:1 vom Original nachspielen?

Die länger drummenden PR-ler können da sicher noch was dazu sagen!
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Re: Debatte: der Drummer als Depp einer (fast) jeden Band

Beitragvon dr-pain82 » 21. März 2011, 8:39

Ich denke mal im Metal spielt man einfach mehr Noten und hat es deshalb schon mal nicht mehr so einfach, beim Spielen einzuschlafen. Das kann natürlich auch irgendwann langweilig werden, wenn man ein Lied lang nur Blastbeat zu spielen hat. Wer als Drummer richtig Spaß haben will, der spielt natürlich 5-minütige Soli. Ein besseres Beispiel als Mike Terrana von Rage fällt mir grad nicht ein, aber der Typ ist wirklich ein Tier an den Drums:




Ach und wenn es um Variation im Spiel geht, frag einfach mal Lars Ulrich, der soll ja live nie einen Song so spielen (können), wie er aufgenommen wurde ;-)
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Re: Debatte: der Drummer als Depp einer (fast) jeden Band

Beitragvon Spawnilein » 21. März 2011, 11:19

Das du aber auch immer wieder auf Lars rumkloppen musst ... ;)
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Re: Debatte: der Drummer als Depp einer (fast) jeden Band

Beitragvon HolyMoses81 » 21. März 2011, 13:45

Also ihn hier halt ich persönlich für den besten und diszipliniertesten aller Metaldrummer und ihm würd ich schon zutrauen, dass er jeden Song 9 von 10 Mal exakt gleich spielt (auch wenn das angesichts der kranken, überlangen und verhältnissmäßig abwechslungsreichen Songs umso unwahrscheinlicher erscheint):







Aber ich poste mit Danny Carey möglicherweise auch nur ne weitere Ausnahme, die die von stocfki aufgestellte "Regel" bestätigt. :nixweiss:
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Re: Debatte: der Drummer als Depp einer (fast) jeden Band

Beitragvon Slowpoke » 21. März 2011, 14:58

Schweres Thema.
Wie war das damals...?!
Ich hab mich nie als "Depp" gefühlt sondern ganz im Gegenteil als Chef im Ring der alles vorgibt. Als Drummer bist du der, der fürs Zusammenspiel verantwortlich ist. Machste immer was anderes können die anderen sich auf nichts richtig verlassen. Du bist das ordnende Element, der Leitfaden. Du bist das Maß der Dinge, hältst alles beisammen, sorgst dafür dass dem Gitarristen nicht die Pferde durchgehen.
Du bist der, wegen dem das Publikum hüpft... da sind virtuelle Gummibänder zwischen deinen Händen und Füßen und den Leuten im Publikum... wie Marionettenspielen... herrlich ist das.
Ich frage mich, warum der Drummer was anderes spielen sollte. Dann ist es doch ein vollkommen anderer Song. Was machen denn die Gitarristen oder Bassisten? Die spielen doch auch nicht plötzlich andere Noten oder Akkorde. Und beim Timing oder Akzenten müssen sich doch auch alle einig sein. Da kann doch nicht plötzlich einer verschleppen, womöglich noch spontan und unabgesprochen... das verwirrt alle anderen und zerstört den Song. Das wird alles so gespielt wie es gemeinsam komponiert wurde.
Insgesamt durchläuft ein Song dann aber mehrere Evolutionen weil im Laufe der Zeit jedes Bandmitglied für sich Ecken und Stellen findet, die man anders spielen möchte. Das wird dann auch getan und beeinflusst wiederum die anderen. Das ist immer Gruppendynamik.
Anders bei Solokünstlern. Ich habe Elton John unplugged live gesehen. Er ganz alleine mit Flügel. Da war kein Song wie man ihn kannte... da konnte er ganz für sich alleine grad so tun und lassen wie im zumute war. Er musste sich ja mit niemandem abstimmen. Das is was anderes dann.
Aber als Drummer in ner Band biste eben mal die Basis, das worauf alle anderen achten und woran sie sich orientieren. <provokant>Also hast du verdammt nochmal auch verlässlich zu sein, sonst biste ein egoistischer Arsch der nur sich selber in den Vordergrund spielen will. Das klappt selten.</provokant>
Ich hab immer Stellen in jedem Song gehabt, auf die ich mich gefreut habe. Daraus zieht man eher seine Freude auf und aus dem Song... so nach dem Motto... "gleich... gleich... gleiiiiich... glahaiiiiiich.... BAMM! *gänsehaut*... wie geil... hat genau gepasst..."
Es gibt Parts oder ganze Songs die spielt man weitestgehend mit purer Absicht und in großer Vorfreude absichtlich "langweilig" damit genau an den bestimmten Stellen der "BAMM" kommen kann, der ja sonst in einem Einheitsbrei vom Bamms untergehn würde. Und dann brauchst du schon Super-Bamms um noch irgendwo Akzente setzen zu können...
Das ganze ist auch ne Charakterfrage. Willste Frontman sein musste singen oder Gitarre spielen. Und selbst da bekommste von den anderen auch aufen Sack wenn du zu viel improvisierst. Bei uns wars zumindest so. "Warum hast du die Bridge so verträllert?? Sing das doch so klar und geil wie sonst..."
Notfalls zuende gedacht: "ok, Gitarrist will den Part bitte etwas mehr dudeln... klingt ok... wird gemacht... also Bass etwas weniger Dudeln und Drummer zwei Fills weniger damit es auch entsprechend zur Geltung kommt..." - ein Gesamtgefüge. Drehste hier auf, musste woanders runter drehen damit das Gesamtbild wieder schlüssig ist. Ganz einfach. Irgendwann hat man den passenden Weg gefunden. Komposition fertig. Dann bitte immer so spielen. Wehe McDonalds ändert die Rezeptur vom Cheeseburger...
Tante Edit möchte noch anmerken, weils zu kurz kam: selbstverständlich hat man Variationsmöglichkeiten bei manchen Fills und Läufen (nicht bei allen weil manche eben genau "so" zu sein haben damit es im Zusammenspiel mit den Klampfen geil klingt!) und mit der Dynamik beim Anschlag oder der Wahl der Becken die man schlägt. Manchmal muss man auch aus purer Not heraus was anders machen als sonst weil man menschlich und somit nicht perfekt ist und was schief ging oder schief zu gehen droht...
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Re: Debatte: der Drummer als Depp einer (fast) jeden Band

Beitragvon Sefie » 21. März 2011, 15:02

dr-pain82 hat geschrieben:Ein besseres Beispiel als Mike Terrana von Rage fällt mir grad nicht ein, aber der Typ ist wirklich ein Tier an den Drums:

Wenn man schon jemanden mit dem Tier aus der Muppetshow vergleichen will, dann doch bitte Jussi69 von den 69Eyes!
Sowas bringt er immer mal wieder, auch gerne mitten im Song:




leider miese Quali, aber man sieht das wichtigste:



Eins sollte klar sein: Der Typ halt nichts von Disziplin oder energiesparenden Bewegungen - der rockt einfach nur.
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Re: Debatte: der Drummer als Depp einer (fast) jeden Band

Beitragvon MSFett » 21. März 2011, 15:07

@Slowpoke:

Dazu fällt mir nur ein:

Nagel..Kopf..und so weiter, ihr wisst schon! :mrgreen:
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Re: Debatte: der Drummer als Depp einer (fast) jeden Band

Beitragvon Slowpoke » 21. März 2011, 15:16

Mir fällt noch was ein...
Ich hab mich doch recht oft als Depp gefühlt... ;)
Immer dann wenn ich aus Konditionsmangel oder schlichter Unfähigkeit einen Part versemmelt habe. Das ist nämlich das Leid der Drummer. Fehler fallen immer eher und brutaler auf beim Publikum als die der anderen Instrumente.
Wirklich große Könner ihres Fachs können es sich dann schon mal eher erlauben was rein zu frickeln was da so nicht auf der Originalaufnahme zu hören ist, OHNE die Bandkollegen damit raus zu bringen.
Ich erinnere mich an einige Parts wo ich von meinen Jungs wusste dass sie da bewusst nicht mitzählen sondern sich ganz auf ihr Solo oder das komplexe Riff konzentrieren oder auch einfach nur den geilen Sound genießen und sich fallen lassen und eben auf den speziellen Break oder Wirbel oder Fill warten, der dann den Wechsel zum nächsten Part einleitet... komm dann da ma auf die Idee "och... is so langweilig... immer das selbe... mach ich ma was anderes..." :mrgreen:
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Re: Debatte: der Drummer als Depp einer (fast) jeden Band

Beitragvon Sefie » 21. März 2011, 15:24

Ok, die Situation stell ich mir jetzt - als jemand der nie ne eigene Band hatte - echt mal Epic vor.

In etwa so, wie in ner befreundeten Band passiert:
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Re: Debatte: der Drummer als Depp einer (fast) jeden Band

Beitragvon Slowpoke » 21. März 2011, 15:37

Hehe... so ungefähr.
In Wirklichkeit läuft sowas aber eher schleichend ab... Gitarrero macht was neues... naja... ok...
aha... noch etwas verfeinert...
ach, er will das jetzt immer so machen anscheinend...
joar... wie's aussieht hat er sich darauf eingeschossen...
jetzt kommt der Punkt: anscheißen weils einem persönlich nicht gefällt und dem Bandgremium übergeben zur Abstimmung oder einfach weiter...
ok... er macht das jetzt so... dann mach ich das aber ... hm... mal sehen so...?!
oder so...? ähm... so...
meckert keiner... ok... so isses dann also jetzt.

Und zum Bandgremium wäre noch zu sagen: ich hab immer darauf geachtet dass so Punkte vom "Ältestenrat" entschieden werden. Da war ich immer Mitglied ... :mrgreen:
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Re: Debatte: der Drummer als Depp einer (fast) jeden Band

Beitragvon rstockm » 21. März 2011, 16:53

Danke an Slowpoke für diese Innenansichten - sehr aufschlussreich. Habe schon mal mitgenommen: ich muss definitiv ins Jazz-Fach wechseln :shock:

Aber ernsthaft: bei unseren bisherigen Proben hatte ich nicht den Eindruck dass meine Variationen für große Irritation gesorgt haben - und auch die Gitarren (in Maßen auch Bass) haben viel variiert. Unser Anspruch st aber auch eher der, etwas strukturiertere Jamm-Sessions entlang von Liedern zu machen die wir mögen. Zählen beispielsweise tut bei uns auch keiner - über den Gesang sind die Songs eigentlich genug strukturiert und bei Soli machen wir das über Blickkontakt.

Dem Vorwurf ich würde mich als Drummer in den Vordergrund drängen wollen würde ich aber mal zurückweisen - es ist wohl eher eine Mischung aus Langeweile und fehlendem Können (man muss ja auch erst einmal exakt spielen können).
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Re: Debatte: der Drummer als Depp einer (fast) jeden Band

Beitragvon Slowpoke » 21. März 2011, 17:20

Ist wie gesagt ein schweres Thema, darum hab ich hier und dort mal bewusst übertrieben und schwarz/weiß gezeichnet. Es gibt logischerweise massig Grauzonen. Jam-Sessions sind nur eine Variante davon.
Ich hätte ein Beispiel des hier schon so oft gescholtenen Herrn Ulrich von Metallica. Auch wenns nicht deine Musik ist... aber der spielt auch kaum was live so wie auf Scheibe. Master of Muppets ist ein Paradebeispiel dafür wie ein Drummer sich auslebt wenn ihm das Gig für Gig, Jahr für Jahr allmählich aufen Sack geht immer und immer wieder die gleiche Scheiße zu spielen... ;)
Das mit dem Rausbringen hab ich bewusst übertrieben. Ich schätze dass meine Jungs nie und nimmer darauf geachtet haben was ich da genau auf Hi-Hat oder mit der Bass-Drum tue so lange es nicht aus choreographischen Gründen was bestimmtes erfordert hätte. Gleiches gilt für Breaks und Fills:
"Irgendwas über die Toms einen ganzen Takt lang und wenn mal ne Snare dazwischen ist oder gar ne Bass solls halt auch ok sein" wäre eine gute Beschreibung für nen Standard-Fill wie er in den meisten Songs vorkommt. So lange das im Takt ist und hinten wieder bündig mit den anderen abschließt passt das. Ich hab auch mal live beschlossen hier lässte den "üblichen" Fill mal ganz weg und klickerst nur was aufer Hi-Hat und zum Abschluss ein fettes off-beat China... war so cool dass meine Jungs meinten dass ich das bitte zukünftig immer so machen soll... ;)
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Re: Debatte: der Drummer als Depp einer (fast) jeden Band

Beitragvon rev0lt » 21. März 2011, 18:25

Auch von mir einmal Dank an Slowpoke für den tollen Beitrag. Er fasst die Sache eigentlich sehr gut zusammen.

Es gibt da ja auch ganz verschiedene Arten wie Bands ihre Songs live vortragen. Manche klingen live wie auf Platte und setzen sich das zum Ziel, andere verwandeln ihre Auftritte in halbe Jam Sessions und improvisieren wild herum.

Immer das gleiche zu spielen kann man eigentlich auch allen Bandmitgliedern vorwerfen. Aber jedem Musiker bietet sein Instrument ja genug Möglichkeiten im Song zu variieren. Ob es nun Gitarrensoli sind die man live etwas anders spielt, Parts die man anders singt/schreit oder neuen Text einfügt, kleine Fills beim Drummen einfügt, etc.. Da ist alles möglich.
In den Bands in denen ich gespielt habe, haben sich ein paar Songs mit der Zeit auch immer malwieder ein bisschen verändert.

Ich finde es z.B. auch genial, dass es die Freestyle Drum Passagen in Rock Band gibt um den OD zu aktivieren. Ich wusste bis vor kurzem nicht einmal, dass man die ausstellen kann. Würde ich niemals machen. Und selbst dabei fällt mir auf, dass ich teilweise bei den Songs immer wieder die gleichen Fills spiele, weil sie mir einfach so viel Spaß machen.

Dazu kommen dann ja auch noch andere Faktoren wie persönlicher Geschmack, Charakter, etc. bei denen man in diverse Richtungen denken und argumentieren kann.

Ausgelöst hat das ganze Thema doch ein bisschen das Video von Fetti, der sehr konzentriert und, wie einige meinten, "mechanisch" spielen würde. Er selbst aber meinte er hätte einen Riesenspaß gehabt, auch wenn man das ihm vielleicht nicht ansieht.

Bei mir selbst gibt es auch verschiedene Arten einen Song zu spielen. Manchmal bin ich hoch konzentriert, spiele auf Score und schlage vergleichsweise leise auf das Set. Teilweise gehe ich aber auch richtig ab, weil es mir einfach so viel Spaß macht und dabei achte ich nicht auf Scores. Dann prügel ich auf das Set ein, Pose rum, zähle zwischendurch mit den Sticks ein, teste neue Fills, usw.

Auf den ersten Post möchte ich auch nochmal eingehen. Matt Tong ist ein super Beispiel von Stocki für einen Drummer mit einem, auch für mich, sehr spannenden, geilen Style.
Setzen wir dem mal Meg White gegenüber. Von vielen kritisiert und abgewertet und selbst mir, als großem White Stripes Fan, machen deren Songs an Drums teilweise keinen Spaß. Meg hingegen scheint live immer sehr viel Freude zu haben, wenn sie mit ihrem Kopf wackelt und die Zöpfe hinundher fliegen.
Wenn ich einen Song selber schreibe ist das Verhältnis dazu natürlich auch nochmal ganz anders. Da können die Riffs oder die Drums noch so simpel sein, wenn es einem Freude bereit und Leidenschaft hervorbringt.

Bei Musik spielen eben, egal ob man hört/spielt/schreibt/komponiert, so viele Dinge eine Rolle: Geschmack, Charakter, Persönlichkeit, usw. dass man nicht pauschalisieren kann, ob es für den einzelnen langweilig zu spielen oder zu hören sein muss.
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Re: Debatte: der Drummer als Depp einer (fast) jeden Band

Beitragvon MSFett » 21. März 2011, 18:55

rev0lt hat geschrieben:Ausgelöst hat das ganze Thema doch ein bisschen das Video von Fetti, der sehr konzentriert und, wie einige meinten, "mechanisch" spielen würde. Er selbst aber meinte er hätte einen Riesenspaß gehabt, auch wenn man das ihm vielleicht nicht ansieht.


Ja natürlich macht es einen Riesenspass, sonst würd ich das ja nicht machen ;)

Ob und wie man aus sich herausgeht hängt sehr viel vom Song bei mir ab. Bei den beiden letzten Videos mit den Contestsongs musste ich mich zum einen sehr auf das Charting konzentrieren, weil ich es noch nicht kannte, und zum anderen wars auch einfach nicht meine Mucke!

Aber auch wenn ich einfach frei spiele fällt mir an mir selbst auf, dass ich relativ emotionslos spiele, ist halt einfach so. :nixweiss:
Vielleicht kommts daher, weil ich Neil Peart so toll finde, und der verzieht beim Spielen auch keine Miene!
:mrgreen:

Ich hoffe mal, dass mit mehr Übung und somit besserem Spiel ich dann auch freier und lockerer spielen kann, und dann auch mehr aus mir rausgehe.
Derzeit bin ich auch immer hoch konzentriert, sogar wenn ich frei spiele, man will ja nicht aus dem Takt/Beat rauskommen.
:drums:
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Re: Debatte: der Drummer als Depp einer (fast) jeden Band

Beitragvon dr-pain82 » 8. April 2011, 23:55

Von Mike Terrana gibt es grad neues Material von der Musikmesse Frankfurt. Es macht wirklich Spaß ihm zuzuschauen, sein Aufbau ist auch immer wieder ein Blick wert. Wer schafft es sonst schon, deine Becken so hoch aufzuhängen und aus der Floor Tom ein, äh, Head Tom zu machen? :mrgreen: Und dann hat der Kerl einen unbändigen Spaß an den Drums, man siehts ihm an :-)

Obwohl sein Zitat wohl stocki nicht schmecken wird ;-)
I like all the rough edges the human feel brings to the music. That's what makes music exciting and free. The drums are a primal instrument and I like to keep it that way. I find quantizing and triggering drum samples are all things that KILL OFF the personality of my drumming.


Link: http://www.roadrunnerrecords.com/blabbe ... mID=156507



Teile 2 bis 6 im Link weiter oben!
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Re: Debatte: der Drummer als Depp einer (fast) jeden Band

Beitragvon rstockm » 9. April 2011, 1:21

Ist mir ein bisschen zuviel Gepose. Ich mag da eher die ehrlichen Arbeiter.
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Re: Debatte: der Drummer als Depp einer (fast) jeden Band

Beitragvon Spawnilein » 11. April 2011, 16:30

Mal ganz ehrlich ... ist der auf Droge ?
Solche Gesichtsentgleisungen kenn ich sonst nur von Kandidaten beim Supertalent ...
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